TOP 6 Kinderbücher über Gefühle

Hier zeigt euch Carina ihre Top 6 Kinderbücher über Gefühle. Da ist definitiv für alle etwas dabei, auch für die Erwachsenen!

1. Gefühle sind für alle da – Susann Hoffmann

Mit dieser klaren Botschaft startet Susann Hoffmann in ihr Kinderbuch und zeigt auf, wie wichtig es ist, gegen Stereotype zu arbeiten. Unsere heutigen Eltern-Generationen haben bereits erkannt, dass alle Gefühle berechtigt sind und nicht untergraben werden sollten. Mit diesem Buch kann man diese bereits früh in den Alltag integrieren.

“Hä, was ist denn das für ein Gefühl?”

Mit simplen, kurz gehaltenen Sätzen wird jedes Gefühl mit schönen Illustrationen aufgegriffen. Es ist eines der wenigen Bücher, welches nicht nur den Basisemotionen (Wut, Freude, Trauer, Angst und Scham) Raum schenkt, sondern in dem auch weitere Gefühle wie Liebe, Nervosität, Neid, Mut, Überforderung, Stolz und Aufregung einen festen Platz bekommen. 

Kurze Sätze, große Wirkung und Diversität

Es wurden adäquate Alltagssituationen gefunden, um Kindern ein Beispiel für jedes Gefühl auf den Weg zu geben (wie „Ich bin mutig…wenn ich in den Pool springe“) und die auch zur Selbstreflektion einladen. Besonders erwähnenswert ist, dass auch auf Diversität viel Wert gelegt wurde. Beispielsweise sind Kinder im Rollstuhl, mit Hörgerät oder mit Vitiligo repräsentiert.

Ideal für den Start in die Emotionsarbeit

Kurz und bündig, schöne Bilder und die klare Aussage, dass es weder Mädchen- noch Jungs-Gefühle gibt, sondern einfach Gefühle. Eignet sich ideal für die Arbeit mit kleinen Kindern ab ca. 2 Jahren. 

Zuckersüß Verlag, für die Kleinsten (ca. 12 Monate)

2. Das Farbenmonster: Doktor der Gefühle – Anna Llenas

Bereits fortgeschrittener geht das Folgewerk „Das Farbenmonster – Doktor der Gefühle“ von Anna Llenas vor. Für Kinder ab ca. 4 Jahren ist dieses Buch wortwörtlich der Notfallkoffer für alle überrumpelnden Gefühle, denn es werden einige Tipps mitgegeben, wie man mit ihnen umgehen kann.

Ein einfühlsamer, zotteliger Arzt mit Know-How

Nina – die Hauptfigur der Buchreihe – fühlt sich komisch, durcheinander und ganz verwirrt. Sie sucht daher das Farbenmonster auf. Es soll ihr helfen, diese Gefühle besser zu verdauen. Anhand eines Gefühlthermometers lernt Nina ihr Unwohlsein auf einer Skala von 1 bis 10 besser einzuordnen. Sie soll lernen, ihre Gefühle besser zu steuern. 

Da hilft der gut gefüllte Erste-Hilfe-Koffer: Dinge, die gut riechen, ein Tagebuch, ein superweiches Kuscheltier, Seifenblasen, Ideen für körperliche Aktivitäten wie Yoga, oder auch Anregungen zum verbalen Mitteilen der eigenen Gefühlswelt. Es folgt eine Atemübung, die zum gemeinsamen Entspannen einlädt.

Bastelstunde mit Sinn und Weitsicht

Um all das zu festigen, hat Nina die Möglichkeit, mit Knete oder Ton zu basteln, mit Papier und Farben Bilder rund um Gefühle zu gestalten, oder auch Wasserfarben zu nutzen. Auch andere Tätigkeiten wie Seifenblasen blasen oder Tanzen werden angeleitet, um Nina Ideen zur Verarbeitung zu zeigen.

“Wie fühlst du dich jetzt?”


Mit einer Umarmung am Ende der Session geht es Nina wieder richtig gut. Auch ein Rezept für ihren “Nein-Sirup” bekommt sie gleich dazu. Doktor Farbenmonster konnte ihr nicht nur in diesem Moment helfen. Sie erhielt ein Werkzeug, mit dem sie sich auch in Zukunft weiterzuhelfen weiß, wenn dieses Unwohlsein wieder auftreten sollte.

Tipps, die zum Ausprobieren einladen 

Dieses Buch ermöglicht es, Kindern ihre Gefühlswelt nicht nur thematisch näher zu bringen, sondern ihnen auch gleich Tools mitzugeben, um ihre Emotionen besser bewältigen zu können. Insbesondere die Bastelideen finde ich grandios, da so alles auch Hand und Fuß bekommt und Kinder aktiv mitgestalten können. 

Der Erste-Hilfe-Koffer lädt zum Ausprobieren und Gestalten ein und ermöglicht zugleich einen Dialog, um ein Verständnis zu bekommen, wie sich die Kinder fühlen. Ein grandioses Buch, das sich tatsächlich als hilfreich erweist und zudem mit viel Liebe und Know-How gestaltet wurde. 

Bevor man gleich so tief in die Materie einsteigt, empfehle ich den ersten Band „Das Farbenmonster“, in dem zuerst einmal alle Basisemotionen erklärt werden. Man kann vorerst bei diesem Werk bleiben und schauen, wie viel „Vertiefungsbedarf“ es gibt und dann immer noch um “Doktor Farbenmonster” ergänzen.

Verlagshaus Jacoby & Stuart, Für Kinder ab 3 Jahren

3. Der Knuddelsaurus – Rachel Bright und Chris Chatterton 

Wovon ich einfach nicht genug bekomme? Von Rachel Brights Bücher. Egal, welche Themen ich in meinen Reviews und Texten aufgreife, es ist einfach immer ein treffendes Buch von ihr dabei (und nein, es handelt sich hier um keine Kooperation, lediglich um große Begeisterung). Besonders „Der Knuddelsaurus“ hat es mir zum Thema Gefühle angetan.

“Let’s knuddel – oder was brauchst du?”

Irgendwann kracht es immer mal

Der kleine Knuddelsaurus konnte es kaum erwarten – endlich raus und spielen! Schnell von Papa verabschieden und ab zum Spielplatz. Die Dinos haben großen Spaß, doch beim Versteckspiel eskaliert es: ein jeder will mal Erster sein. Es wird gebrüllt, gestampft und geschimpft, aber Knuddelsaurus wurde von seiner Traurigkeit befallen. Wie kann er seinen Freunden denn nur Trost spenden und sie wieder glücklich stimmen? 

Da kommt das Schnabeltier herbei und rät zum Reflektieren, was denn dem Knuddelsaurus selbst helfen würde – das könnte auch den anderen helfen. Da weiß er es: Eine Umarmung könnte der gesuchte Zauber sein! Nun wird Dino für Dino geknuddelt und plötzlich ist der Neid verschwunden. Alle Dino-Kinder können abwechselnd Verstecken spielen und sie beschließen, miteinander freundlich zu sein.

Wenn du Gutes tust, steckst du andere damit an

Eine süße Botschaft, die zeigt, dass man nicht über jeden Mist streiten muss. Es geht hierbei nicht darum, den Ärger zu unterdrücken oder zu bagatellisieren, sondern sich nicht im Ärger zu verlieren und einen Weg herauszufinden. Nur mit einem freundlichen Miteinander können kleine Uneinigkeiten gelöst werden. 

Auch wenn Umarmungen nicht für jedermann die Lösung sind, kann man gemeinsam mit den Kindern reflektieren, wie sie es auf ihre Art lösen würden. Ein Buch für die Kleinen, ab ca. 4 Jahren, aber auf niederschwellige Art auch für 2-Jährige empfohlen.

Magellan Verlag, Für Kinder ab 4 Jahren (ich habe es ab 2 Jahren vorgelesen)

4. Kleine Übungen für große Gefühle – Sharon Selby

Mit diesem Buch kommt ein Bedienungshandbuch, von dem alle Eltern nur träumen können. Es werden Übungen für Wut, Aufregung, Angst und Trauer vorgestellt, die euren Kindern nicht nur Spaß machen werden, sondern auch helfen können, die aufkommende Gefühlsflut zu zähmen. 

Alles wird gut: Wie man mit Achtsamkeit einen Gefühlssturm bändigen kann

Vulkanatmung, Schmetterlingsumarmung oder ein paar Gewitterwolken? Zum Start jedes Kapitels werden mit einfachen Worten die Gefühle erklärt – wie sie sich anfühlen, was man im Körper spürt und auch immer die Frage, wann die Kinder sich schon einmal so gefühlt haben. Es ist eine wunderbare Einladung mit den Kleinen in den Dialog zu treten und sie dabei zu unterstützen, die eigenen Gefühle zu benennen und auch verstehen zu lernen. 

Besonders in der Autonomiephase können diese Gefühle von einem Moment auf den anderen umschwappen und genau hier setzt dieses Buch an. Anhand der vorgestellten Übungen kann man vor und nach den wilden Gefühlen ansetzen. Für die vier genannten Gefühle gibt es jeweils vier Übungen, die Atmung, Körper und/oder Gedanken miteinbeziehen. Dadurch ist bzw. kann für jede*n eine passende Fertigkeit dabei sein. 

Let’s practice!

Wie alles im Leben muss auch hier natürlich geübt werden. Je öfter die Kids die Tools anwenden und gezeigt bekommen, desto einfacher werden sie diese in ihren Alltag integrieren können. Gezeigt bekommen bedeutet, dass man als Eltern oder Angehörige diese Übungen auch anfangs mitmachen sollte. Eine meiner Lieblingsübungen ist die Vulkanatmung, wenn die Wut zu impulsiv wird: tief einatmen, Luft kurz anhalten und die Lava und die Hitze langsam wieder ausatmen. Fünf mal wiederholen und auch gerne die Finger benutzen, um die tiefen Atemzüge zu zählen. 

Verständliche und tolle Anleitungen, schöne Grafiken und mit einer ordentlichen Portion Liebe gemacht. Man merkt, dass die Autorin auf diesem Gebiet sehr versiert ist und weiß, wie man Kindern das abstrakte Thema Gefühle näher bringen kann. 10/10!

Yes Publishing, Für Kinder von 4-7 Jahren

5. Kleine Dinos, große Gefühle – Swapna Haddow, Dr. Diplo, Yiting Lee

Das Dino-Team im Gefühlseinsatz: Wie Dr. Diplo und kleine Dinos anhand bunter Comics den Umgang mit Gefühlen zeigen.

Es ist ein Buch, das alles umfasst: tolle Charaktere in Form von Dinos, eine einfühlsame Sprache, Erklärbilder und Übungsanleitungen. Eure Kinder werden sich auf das Lesen und Entdecken freuen!

Ein Raum für alle(s)

Der Dino Dr. Diplo ist damit aufgewachsen, sich ständig Sorgen zu machen. Er hat sich schwer getan, einen passenden Umgang zu finden und merkte schnell, dass es auch anderen so ergeht. Er hat beschlossen, nun in seiner Praxis anderen Dinos zu helfen. Alle Charaktere und Themen werden am Anfang des Buches vorgestellt und was sie alle gemeinsam haben: jede*r struggelt und sucht Hilfe bei Dino-Doktor.

Positive, wie auch unangenehme Gefühle finden Platz. Jede Geschichte hat eine*n eigene*n Protagonisten*Protagonistin, der*die in einem kurzen Comic von seinen*ihren Problemen spricht. Dr. Diplo validiert alle Gefühle, erklärt warum sie da sind und da sein dürfen und lädt die Dinos dazu ein, eine Übung durchzuführen. 

Es handelt sich um achtsamkeitsbasierte Übungen, die einen Fokus auf die Atmung und wertfreie Wahrnehmung legen. Am Ende der jeweiligen Geschichte gibt es nochmal ein Sheet, wie sich das Gefühl körperlich ausdrückt. als auch eine Anleitung zur Übung. 

Eine wahre Gefühlsbibel für alle.

Was mir besonders gut gefällt: so ziemlich alle Gefühle werden in diesem Buch abgedeckt. Nicht nur unangenehme Gefühle wie Wut, Trauer, Angst, Schüchternheit, Scham, Überforderung und Langeweile werden aufgegriffen, sondern auch die angenehmen wie Aufregung, Glück, Dankbarkeit und Zufriedenheit. Normalerweise werden die positiv wahrgenommenen Gefühle beiseite gelassen, daher finde ich umso schöner, dass auch hier die Kinder ein Werkzeug erhalten, wie sie diese Empfindungen noch besser integrieren können.

Diese achtsamkeitsbasierten Übungen sind grundsätzlich alle, denn auch wir Erwachsene können diese nutzen. Es empfiehlt sich hier alle Übungen mitzumachen und auch zu nutzen, um euren Kindern Raum zum Austausch zu bieten. Die Geschichten sollen ermutigen, Hilfe aufsuchen zu dürfen und zu sehen, dass für alle Gefühle Platz ist – und Umarmungen immer drin sind.  

Prestel Verlag, Für Kinder ab 5 Jahren

6. Keine Angst, Humpty! – Ziggy Hanaor & Daisy Winter

Vorsicht Humpty! Nein, nein! Pass auf! Oh Gott, Oh Gott…Humpty!

Wie wäre es mit einem englischen Kinderklassiker, neu erzählt mit überbesorgten Eltern und einem tragischen Familienunglück, welches zu einem ängstlichen Leben führt? Ziggy Hanaor und Daisy Winter widmen sich mit “Keine Angst, Humpty!” einer Erziehung, die von ständigen Sorgen überschattet wird. Das hat großen Einfluss auf das Leben der Kleinsten.

Ein Ei mit viel emotionalem Aua
Humpty Dumpty sitzt auf der Mauer,
Humpty Dumpty fiel und schrie “Aua!”
Soldaten des Königs,
die ritten herbei,
doch Humpty blieb leider für immer entzwei.

Der Klassiker Humpty Dumpty mit modernem Twist

Humpty Dumpty ist ein absoluter Klassiker der englischen Kinderliteratur. Ein kleines Ei, das auf der Mauer sitzt, kommt zu Fall, und von dem, ganz salopp ausgedrückt, nur mehr ein Spiegelei übrig ist. In der modernen Erzählung von Hanaor und Winter ist das die furchtbare Geschichte des Onkels von Humpty. Daher sind die Eltern des kleinen Eis darum bemüht, ihn vor diesem Schicksal zu schützen. 

Es wird für alltägliche Ausflüge die Erste-Hilfe-Tasche gepackt, Ersatzgewand, Snacks, Sonnenhut, Anorak…er ist auf alles vorbereitet, komme was wolle. Die einfachsten Dinge – wie das Überqueren eines Zebrastreifens – ähneln einer Mammutaufgabe, die nur mit Stress, Angst und Tunnelblick bewältigt werden können. 

Doch da kommt die Hilfe – in Form einer Prinzessin

Im Park lernt er Prinzessin Jean, auch PJ genannt, kennen. Sie ist voller Tatendrang, doch sie merkt recht schnell, dass ihr neu auserwählter Spielgefährte eher von der spaßbefreiteren Sorte ist und aufgrund seiner Angst keinen normalen Aktivitäten nachgehen kann. Nachdem er sie über das Schicksal seines Onkels aufklärt, erzählt sie ihm lustige Geschichten über ihre Stürze, die alle gut ausgegangen sind. Da sie die Öffnungszeiten des Parks verabsäumt haben, müssen sie über die Mauer klettern, um nach Hause zu kommen. Mit ihren ermutigenden Worten schafft er es auf die Mauer – aber er fällt. 

Doch…Humpty lebt! Gemeinsam auf PJs Pferd reiten sie in den Palast, wo das Gerücht um seinen Onkel aufgeklärt wird (er neigte lediglich zur Übertreibung und überlebte den Sturz mit nicht mal einem Kratzer). Zuhause erzählt er seinen besorgten Eltern von seinem Abenteuer. 

“Es ist wichtig, vorsichtig zu sein, aber wenn man dauernd ZU vorsichtig ist, kommt der Spaß viel zu kurz!”

Die Geschichte endet mit seinen Eltern, die dank Humpty und PJ Mut fassen und auch spaßige und prägende Erfahrungen sammeln dürfen – mit richtig lustigen Eiertänzen. Eine wundervolle Geschichte über irrationale Ängste, die einem Kind vorgelebt werden und somit zu dessen eigenen werden. Es zeigt, dass neu gemachte, positive Erfahrungen die vorhandene Angst überschreiben können und wieder mehr Spaß im Leben zulassen. 

Fischer Sauerländer / Rotfuchs Verlag, Eine Erzählung für Kinder ab 6 Jahren, zum Vorlesen

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