Herzzerreißend und ermutigend – mit „Groß“ wird die Geschichte eines Mädchens erzählt, das aufgrund ihres Körpers gehänselt wird. Sie entscheidet sich dafür, zu sich zu stehen und diese gemeinen Worte zurückzugeben – um sie selbst sein zu können.
Ein Thema, das viele betrifft
Besonders in Zeiten von Social Media wird ununterbrochen verglichen. Wer besitzt was, wer tut was, wie sieht jemand aus? Mädchen und Frauen werden dabei oft viel genauer unter die Lupe genommen und öffentlich kritisiert.
Auch in diesem Buch wird das kleine Mädchen bloßgestellt und bewertet, da es dicker und größer ist als die anderen Kinder (besonders die Mädchen). Als es dann auch noch in der Schaukel stecken bleibt, erfährt sie nur mehr Spott und unangebrachte, „gut gemeinte“ Ratschläge. Wegen den weiteren ungefragten Bewertungen wegen ihres Körpers, fühlt sie sich klein, wehrlos und bloßgestellt.

Wie Selbstliebe helfen kann
Wenn man ausgegrenzt wird, fühlt man sich (negativ) gesehen und ist zugleich unsichtbar. Die Tipps und Aussagen der anderen schmerzen und machen alles noch viel schlimmer. Das kennt auch das Mädchen in dieser Geschichte. Mit jeder Äußerung wird sie immer größer und wächst so groß heran, dass sie auf den Buchseiten immer mehr Raum einnimmt. Eines Tages werden ihr schließlich all die Worte und Blicke der Menschen, die sie in letzter Zeit musste, zu viel und sie lässt ihren Tränen freien Lauf.
Die mentale Last wird spürbar weniger und sie realisiert, dass die Worte der anderen sie nicht als Mensch definieren. Sie lernt für sich einzustehen und den negativen Aussagen der anderen keinen Raum mehr zu geben. Auch mit mehr Kilos darf sie ein rosa Tütü tragen und all die Dinge tun, die Kinder eben tun wollen. Sie mag sich, wie sie ist und möchte nur eines sein – ein gewöhnliches Mädchen.
Fazit
Dieses Buch ist wunderschön und berührend! Der Prozess des Mädchens, sich ständig als „zu groß“, zu dick und unpassend zu fühlen, und nicht den Erwartungen der Gesellschaft entsprechend zu sein, wird in wenigen, aber aussagekräftigen Worten erzählt. Die schönen Illustrationen, die im Gegensatz zu den Sätzen vom Stil her etwas weiches und fast märchenhaftes transportieren, zeigen noch mehr, wie sie mit jedem gemeinen Satz noch größer wird. So, dass man sogar die Seiten aufklappen muss.
Durch das Aufklappen an dieser Stelle spürt man den Druck, der auf dem Mädchen herrscht und ihre Verzweiflung unfassbar gut und ist genauso erleichtert wie sie, als sie wieder kleiner wird. Eine wundervolle Idee, die Ausweglosigkeit des Kindes aufzuzeigen und der Traurigkeit nochmals einen besonderen Raum zu geben. Es ist eine einfühlsame Geschichte über fettfeindliche Ablehnung und Selbstliebe, die Kinder ermutigen soll, zu sich zu stehen und zu sehen, dass sie liebenswert sind, genau wie sie sind. Besonders schön: Die Worte der Autorin am Ende und ihr Appell an die Bezugsperson, für ihre Kinder und andere einzustehen.
Zuckersüß Verlag, für Kinder ab 3 Jahren


