And 12 points go to… inclusion! Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien soll nicht nur größer, lauter und spektakulärer werden, sondern vor allem eines: zugänglicher für alle. Der ORF setzt gemeinsam mit der Stadt Wien stark auf Inklusion und Barrierefreiheit und das nicht nur im Fernsehen, sondern rund um das gesamte ESC-Erlebnis.
Mehr als nur eine TV-Show
Untertitel, Audiodeskription und Gebärdensprachdolmetschung gehören mittlerweile fast schon zum Standard. Aber der ESC 2026 geht noch deutlich weiter. Alle Shows, also beide Halbfinale und das Finale, werden zusätzlich mit sogenannten Sign Performances ausgestattet. Dabei handelt es sich nicht einfach um Übersetzungen in Gebärdensprache, sondern um eigenständige künstlerische Performances, die die Musik visuell interpretieren.
Schon seit 2015 ist dieses Format Teil des ESC-Angebots und der ORF, der das Event damals nach Conchitas Sieg hostete, war mit seinem inklusiven Konzept sogar Vorreiter. Heuer wird dieses erneut international gedacht. Die Performances werden nicht nur in Österreich ausgestrahlt, sondern auch anderen teilnehmenden Sendern zur Verfügung gestellt.
Barrierefreiheit zum Anfassen
Auch vor Ort in der Wiener Stadthalle wird einiges geboten, um das Erlebnis für alle zugänglich zu machen. Neben barrierefreien Sitzplätzen, Assistenzhunden und speziellen Ruhebereichen gibt es zum Beispiel auch Vibrationswesten. Diese übersetzen Musik in spürbare Vibrationen und machen den ESC so auch für Menschen mit Hörbeeinträchtigungen körperlich erlebbar.
Dazu kommen sogenannte „Touch Tours“; Backstageführungen, die sich vor allem an blinde oder neurodivergente Besucher*innen richten und das Event auf eine ganz andere Weise zugänglich machen. Um daran teilnehmen zu können, muss man ein Ticket für eine der Shows ergattert haben.
ESC fürs eigene Smartphone
Ein besonders spannendes Tool ist Accessify.Live: Über einen einfachen QR-Code können Besucher*innen direkt am Handy auf Services wie Live-Untertitel, Audiodeskription, Gebärdensprache oder Hörunterstützung zugreifen. Das zeigt ziemlich gut, wohin die Reise geht: Barrierefreiheit wird nicht nur mitgedacht, sondern aktiv in die Experience integriert.
Nicht nur die Stadthalle selbst, sondern auch das Eurovision Village am Rathausplatz und der EuroClub im Prater DOME sind entsprechend ausgestattet. Es wurde an vieles gedacht: Von Rollstuhlplattformen mit guter Sicht über spezielle Screens mit Content in Gebärdensprache bis hin zu Ruhezonen und barrierefreien Zugängen. Selbst Assistenzhunde haben eigene Bereiche.
Wien als „First Mover“
Auch die Stadt Wien nutzt den ESC bewusst, um ein Zeichen zu setzen. Ziel ist es, neue europäische Standards im Bereich Inklusion zu schaffen und Wien als offene, moderne Eventstadt zu positionieren. Mit rund 170 Millionen Zuschauer*innen weltweit ist die Bühne dafür definitiv groß genug.


