Dynamische Ameisen, Bienen und Feuerwanzen gepaart mit musikalischem Schmäh: Musizierende Insekten mit viel Rhythmus sind im Dschungel Wien eingezogen!
Das Licht ist aus. Auf der Bühne befindet sich ein einfaches Gerüst, auf dem Instrumente platziert sind, im unteren Teil hängt ein leicht transparenter Stoff. Hinter diesem bewegt sich die erste Person auf die Bühne und schaltet ein kleines Licht an. In wippenden Bewerbungen und abrupten Drehungen bewegt sie sich in diesem Untergrund. Nach und nach kommen noch weitere Personen hinzu, bis sie zu viert sind. Bereits während dieser Szene gibt es viel Gelächter aus dem jungen Publikum.
Ran an die Arbeit!
In Overalls gekleidet, geben die Darstellerinnen Geräusche von sich, die nach einer Mischung aus Lippenbremse und hohen Tönen klingen. Aus dem Off holen sich die arbeitenden Tierchen (die ich als Ameisen interpretieren würde) einen Gras-Teppich, mit dem sie sich auf den Boden legen und sich Ruhe gönnen. Mit Schlagzeugstöcken deuten sie Insektenfühler bei ihren Köpfen an und bewegen sich weiter durch den Raum.
Zur großen Belustigung der Kleinen entdecken die Insekten ein Loch im Gerüst, wodurch sie in den oberen Stock klettern können. Sie helfen einander, bis ein Tier zurückbleibt. Was nun? Kein Problem, es kommt kurzerhand mithilfe einer Leiter nach oben. Dort angekommen, werden die Instrumente – Trompeten, Baritonhorn und Schlagzeug – erkundet und mit verschiedenen Rhythmen getestet.
Auch Insekten können Spaß haben
Es muss weiter gearbeitet werden! Arbeitsmotiviert, wie Insekten nun mal sind, begeben sie sich wieder nach unten und nehmen die gefundenen Instrumente mit. Diese werden Stück für Stück von einer Person zur nächsten überreicht. Die Darstellerinnen zeigen sich von ihrer spielerischen Seite und nutzen beispielsweise den Drehhocker zum Drehen oder den fellüberzogenen Beater. Auch die Kübel dienen als Musikinstrumente und laden zum Entdecken ein.
Spielerisch und tanzend genießen sie die Klänge der Trompete und bewegen sich wie kleine Bienen durch den Raum. Sie spielen ein lustiges Hüpfspiel und bewegen sich geduckt durch den Raum. Die vier Darstellerinnen nehmen Merkmale verschiedener insektenartiger Untergrundbewohner an und zeigen durch ihr „1-und-2-und-3-und-Bein“ Ständchen, dass auch ihre Stimmen und Harmoniefähigkeit beeindruckend sind.

Zuuuuuuuckerflash!
Während sie Yoga-ähnlichen Bewegungen nachgehen, plumpst plötzlich ein riesengroßer Zuckerwürfel auf das Gerüst. Gemeinsam hieven sie das schwere Ding nach unten und bringen es zu viert mit Einsatz der Trompeten hinter den transparenten Stoff. Als sie hervorkommen sind die Bewegungen noch hibbeliger und die Zungen kreisen um ihre zuckerverschmierten Münder.
Das viele Essen macht natürlich müde, doch die schlafenden Musiker-Insekten werden durch eine der vier Darstellerinnen gleich mal aufgeweckt. Wind und Regen kommen herbei und werden durch Klopfen und selbst inszenierte Windgeräusche dargestellt. Als besonderes Schmankerl gibt es hier ein tolles Regenlied in Begleitung einer Gitarre – und mit ganz vielen Wasserbomben.
Fazit
Eine wundervolle, kreative Auseinandersetzung mit der mysteriösen Insektenwelt. Ohne Worte, mit viel Instrumenteneinsatz und verschiedenen Rhythmen wird eine eindrucksvolle Welt geschaffen, sodass man als Zuseher*in den Eindruck bekommt, tatsächlich Teil der Partie zu sein. Auch wenn man der Stückbeschreibung zuvor nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet hat, schaffen es die Darstellerinnen, die Insekten rein durch ihre Bewegungen charakteristisch und unmissverständlich darzustellen. Diese 45-minütige Performance ist spannend, musikalisch mitreißend und unglaublich unterhaltsam, da auch der Humor nicht zu kurz kommt. Wer also einen Einblick in den Untergrund bekommen möchte, let’s go!
Wissenswertes: 45 Minuten lang ohne Sprache, für Kinder zwischen 3–6 Jahren zu den Themen Zusammenhalt, Mitspracherecht, Empowerment


