Dieses Buch ist ein durchgehendes WOW. Das Buchcover gleicht einem Gemälde, es gibt schöne Melodien aus verschiedenen Kulturen zu hören und auch das Innenleben des Buches ist wie Balsam für die Augen. Es gibt schon einige Musikbücher am Markt, doch dieses ist etwas ganz besonderes.
Wenn der Wissenshunger groß wird
Die Protagonist*innen Emma und Paul lieben es zu musizieren und begeben sich auf die Reise nach begabten Musiker*innen auf der ganzen Welt, um die schönsten Melodien zu hören. Sie möchten dabei ihre Gefühle erkunden und sehen, wie unterschiedlich und tiefgreifend die verschiedenen Musikarten sind. Die Geschichte führt durch eine lange Geschichte der Musik. Sie beginnt im Jahr 1150, mit der talentierten Nonne Hildegard von Bingen. Ihr wunderschöner Gesang gibt Einblick in die Musik des Mittelalters. Es folgt das Jahr 1355 mit dem magischen Musiker Dugha und seinem Balafon (ein hölzernes Xylophon).
Es geht über zu Mozarts kleiner Nachtmusik, wo man auch über die Unterstützung seiner Schwester Anna erfährt. Inklusive Einladung, die einzelnen Aufgaben der Streichinstrumente herauszuhören. Auch das faszinierende Indien mit der klassischen Raga, traumhafte Musik der damaligen Teenagerin Clara Schumann und eine energievolle Inszenierung der Carmen an der Wiener Staatsoper in 1875 werden gezeigt. Fehlen durfte natürlich auch Edvard Grieg nicht, oder eine Ragtime mit Pianist Scott Joplin, das Karnevalsfieber mit Chiquinha Gonzaga oder der Bebop von Charlie Parker in New York.
Lernen, Erleben und Genießen
Auf jeder Seite erfährt man interessante Anekdoten zu dem jeweiligen Genre und bekommt kurze Anleitungen, auf was man achten kann. Am Ende findet man einen motivierenden Text dazu, die Reise hier nicht beenden zu müssen, sondern alles im Alltag greifbare als Instrument nutzen zu können, um mit seiner eigenen Musik zu starten.
Dieses Buch macht Lust Neues zu entdecken und schafft Anreize, sich mit Musik weiter auseinanderzusetzen. Ich finde das Buch fantastisch, da es viel diverser ist, als andere Musikbücher. Mein einziger Kritikpunkt bezieht sich auf die Länge der Musik: Die hätte man ruhig länger gestalten können, um sich mehr einfühlen zu können. Wer mehr möchte, kann in der Legende am Ende des Buches die Titel einfach nachlesen und sich die Langversion organisieren.
Prestel, Für Kinder ab 6 Jahren


