Der Polit-Kabarettist arbeitet sich in seinem neuen Solo an Donald Trump und dessen Tech-Milliardären ab.
Donald Trump, Elon Musk und Peter Thiel: An diesen drei Milliardären führt momentan kein Programm von Thomas Maurer vorbei. Schon im Interview zu seinem vorherigen Solo „Trotzdem“ hat sich der erfahrene Polit-Kabarettist ausgiebig über dieses Trio Infernale ausgelassen. Und bereits in einem früheren Gespräch, damals noch für die WZ, hat es ihm Sorgen gemacht. Das war 2017.
Jetzt, fast zehn Jahre später, arbeitet sich Maurer schon wieder – oder immer noch – an den beiden Tech-Milliardären und ihrem Präsidenten-Buddy ab. „Im falschen Film“ (Regie: Petra Dobetsberger) heißt sein neues Kabarettprogramm. Und der Titel ist kein Wunder, drückt er doch die Gefühle des Künstlers aus, wenn er sich in dieser Welt umschaut.
Allein schon, dass Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, war im Jahr 2000 lediglich ein „Simpsons“-Gag. Umso schlimmer findet Maurer, dass dieser schlechte Witz mittlerweile zum zweiten Mal Realität geworden ist. Alle Hoffnung liegt nun auf Lisa Simpson, die in der damaligen Folge nach zwei Trump-Amtszeiten Präsidentin wurde.

Tech-Milliardäre als Superschurken
Bis dahin hilft es vielleicht, sich in Parallelwelten zu flüchten, zum Beispiel ins Kino. Schließlich ist Maurer ein passionierter Cineast, was er in diesem Soloprogramm auslebt. Blöd nur, dass er auch im Kino nicht an den diversen Tech-Milliardären vorbeikommt, die man seiner Meinung nach allesamt in ein Casting für Superschurken hineinsetzen könnte.
„Wo ist der James Bond, wenn man ihn einmal braucht?“, fragt sich Maurer, der bei „Moonraker“ so viele Parallelen zu Musk und Thiel findet, dass es fast unheimlich ist. Sein Fazit zu den aktuellen Entwicklungen in den USA, die auch zu uns herüberschwappen:
„Tausche Demokratie und Rechtsstaat gegen Steuerfreiheit und Deregulierung – the art of the deal. Nächste Haltestelle: Europa. Und warum? Weil ich Oaschloch immer noch irgendwelches Klumpert mit Paypal zahle, das ich auf Instagram gesehen und auf Amazon bestellt hab.“
Selbstkritik ist bei Maurers kabarettistischem Schaffen ab Werk mit eingebaut. Und Selbstironie. Wenn er zum Beispiel gesteht, dass er, der totale Wortspiel-Allergiker, in manchen Situationen doch nicht anders kann, als mitzuspielen. Wenn er zum Beispiel an der Tankstelle ein Kirchenlied singen möchte oder auf der Flughafenautobahn bei Mannswörth an James Brown denken muss. (Warum? Das lässt man sich am besten von ihm im Programm erläutern.)
Katholizismus und FPÖ
Aber Maurer beschränkt sich natürlich nicht auf die Tech-Bros. Erstens ist es vom erzkonservativen Thiel nicht weit zum Katholizismus, der dem ehemaligen Ministranten auch einigen Stoff für satirische Betrachtungen liefert – samt einer kuriosen Assoziationskette von der heiligen Kommunion zu einem Zombie-Filmplakat.
Zweitens wäre Maurer nicht Maurer, würde er sich nicht auch mit der österreichischen Innenpolitik, insbesondere mit der FPÖ, beschäftigen. Und er wäre auch nicht er, täte er das nicht in der gewohnten Mischung aus Intellekt und Bodenständigkeit, mit der er einmal mehr sein Publikum begeistert.
Thomas Maurer, Jahrgang 1967, hat vor genau 40 Jahren eine Buchhändlerlehre begonnen, bevor er zwei Jahre später sein erstes Kabarettprogramm „Unterm Farkas hätt’s des net geben“ auf die Bühne brachte und erste Erfolge feierte. Es folgten zwei Dutzend weitere Programme, sowohl solo als auch mit verschiedenen Kolleg*innen. Seit mittlerweile 15 Jahren bildet er auch mit Florian Scheuba und Robert Palfrader das Trio „Wir Staatskünstler“, das sich intensiv der österreichischen Innenpolitik widmet. Außerdem betreibt er mit dem Journalisten Thomas Cik den satirischen Nachrichtenpodcast „Maurer & Cik“.


