Die beiden Kabarettisten Paul Pizzera und Otto Jaus sind wieder als Dialektpop-Duo unterwegs. Im Herbst 2027 soll ein neues Album folgen.
Sie haben es schon wieder geschafft: Paul Pizzera und Otto Jaus haben sich heuer ihren 7. Amadeus Austrian Music Award geholt. Und das nur eine Woche vor dem Auftakt zu ihrer neuen „Jetz’ kummst ma auf de Tour“ im Globe Wien. Folgerichtig findet sich ihr als Song des Jahres ausgezeichneter „Zweifelturm“ auf der Setlist dieser bereits vierten gemeinsamen Tour, zwischen älteren Liedern von „Liebe zum Mitnehmen“ über „Jedermann“ bis „Eine ins Leben“.
Weil Pizzera & Jaus nach rund zehn erfolgreichen Jahren als Duo genau wissen, was sich ihre Fans wünschen. Zum Beispiel spontane Selfies am Bühnenrand und Running Gags: Nachdem Otto, offenbar leicht verschnupft, Paul einmal versehentlich ins Wort hineinschnäuzt, greift dieser das dankbar bei seinen nächsten Ansagen auf. Otto wiederum übt sich in Fanbetreuung und meint mehr als einmal: „Ihr könnt euch gern wieder niedersetzen.“
Ja, ruhig auf dem Platz bleiben, das spielt’s nicht bei diesem ausverkauften Tourauftakt. Und so brennt spätestens bei ihrer Freundschaftshymne „Hooligans“ die Hütte (im übertragenen Sinn), ehe die beiden kurz vor der Pause für einen Gänsehaut-Moment beim Publikum in den oberen Reihen sorgen. Dort nämlich, wo im Globe sonst die Tontechnik sitzt, wurde diesmal eine kleine Bühne eingerichtet, auf der sie ihre ultimative Huldigung „Mama“ singen.
Intimer geht es kaum noch. Und das bei zwei Musikern, die kurz davor noch die E-Gitarre röhren haben lassen (Paul) und das Keyboard malträtiert haben (Otto). Weil immer wieder die vierköpfige A-Capella-Formation Das wird super als Unterstützung auf die Bühne kommt, gibt es aber zwischendurch auch ruhigere Nummern.

Immer noch jung und wild
Einmal mehr beweisen Pizzera & Jaus ihre musikalische Bandbreite, die sich letztlich immer wieder mit zwei Worten zusammenfassen lässt: jung und wild. Dass inzwischen der eine (Paul) seinem Vierziger viel näher ist als seinem Dreißiger und der andere (Otto) schon länger drüber sowie zweifacher Vater, spielt an diesem Abend keine Rolle.
„Wir sind immer noch der Ottl und der Pauli, die Musik machen“: Das Motto aus einem Interview im Jahr 2019 gilt immer noch.
Genauso wie sie immer noch dem bewährten Konzept folgen: Paul komponiert und schreibt alle Lieder, „und der Otto singt auf der Bühne und spielt wie ein Gott Klavier“, wie es der um einen Kopf größere Steirer formuliert. Dass er seinem erst im Weinviertel und dann bei den Wiener Sängerknaben aufgewachsenen Buddy solche Rosen streut, gehört seit jeher dazu. Denn die beiden sind seit ihrer ersten zufälligen Begegnung 2013 nicht nur auf der Bühne, sondern auch abseits davon Best Friends. Das betonen sie immer wieder. Und das glaubt man ihnen auch sofort, wenn man sie gemeinsam erlebt.


