KNISTER*KRITIK: The Tempest Project – confusing but boring?

Sujet The Tempest (c) Marie Clauzade

“The Tempest Project” ist eine moderne Interpretation von Shakespeares Stück “The Tempest”, zu deutsch “Der Sturm”, des bekannten Regisseurs Peter Brook. Shakespeare also, die Story wurde gekürzt  auf ca. 90 Minuten – jede Art von Kürzung kann ich begrüßen. Ich bin bei diesem Stück immer etwas verwirrt. Das Programmheft informiert mich, dass es Shakespeares letztes Stück sein soll und es um das Thema Freiheit geht. Ok, damit kann ich etwas anfangen! Viele Personen und Wesen, die miteinander in Verbindung stehen, sind alle auf der Suche nach ihrer eigenen Freiheit. Und, zu meinem Vorteil, wurde es auf die wichtigsten Figuren reduziert. 

WORUM GEHT’S – FREIHEIT (or so I was told) 

Bei der Erklärung und dem Versuch, den vielen Figuren zu folgen, fühle ich mich ein bisschen wie das Conspiracy Wall Meme: Viele rote Fäden, die zusammenhängen, und frau muss sich anstrengen, dem Ganzen folgen zu können..

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Worum geht’s?

Der ehemalige Herzog von Mailand und Zauberer Prospero wurde mit seiner Tochter Miranda vertrieben und flüchtete auf eine Insel. Vertrieben hat ihn sein Bruder Antonio, dessen Sohn Ferdinand nach einigen Jahren vor genau dieser Insel  mit einem Schiff in einem Sturm gerät (siehe Titel). Zu verantworten hat diesen Sturm der Luftgeist Ariel, der ihn im Auftrag von Prospero losgelassen hat. Die ganze Besatzung überlebt und alle irren auf der Insel herum. Sie treffen dabei auf den  Diener (oder Sklaven?) Prosperos, namens Caliban. Er ist der Sohn einer längst  verstorbenen Hexe auf der Insel, wegen der wiederum auch der Luftgeist Ariel Prospero dienen muss. Caliban möchte Prospero hintergehen, dieser kommt allerdings dahinter und kann dies verhindern. Ferdinand und Miranda verlieben sich und nach einiger Zeit gibt Prospero dieser gewünschten Ehe seinen Segen. Alle werden irgendwie frei. Alles klar? 

Er hat sich an allen gerächt, indem er ihnen allen verzeiht. 

Das wars eigentlich. Das Bühnenbild war einfach gehalten, Bänke an den Seiten zum Sitzen für die Schauspieler zwischendurch, ein großer Teppich am Boden mit kleinen Stationen aus Holz: ein Stapel Äste, ein großer Baumstumpf. Die Kostüme waren alle sehr schlicht, schwarz und weit – außer dem Luftgeist, er war in einem weißen Hemd mit einem überdimensionierten schwarzen langen Mantel darüber auf der Bühne

(c) Marie Clauzade / Wiener Festwochen

Der Abend war für mich nicht sehr bewegend – geschrieben von einer Zuschauerin, die bereits Kindermorde und eine intensive Familiengeschichte die Wochen zuvor gesehen hat. Und ich glaube, das Stück ist einfach nicht meins. Noch dazu war ich hauptsächlich auf die Untertitel fokussiert, da ich kein französisch spreche. 

Insgesamt war es solides Theater, aber neben den anderen spannenden Stücken konnte “The Tempest Project” nicht mithalten.

Sprache: französisch, Übertitel: deutsch, englisch
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Team On- und Offstage:

Regie, Adaption Peter Brook, Marie-Hélène Estienne, Text William Shakespeare
Mit Sylvain Levitte, Paula Luna, Fabio Maniglio, Luca Maniglio, Marilù Marini / Jared Mc Neill, Ery Nzaramba
Licht Philippe Vialatte, Musik Harué Momoyama

Mehr zum Stück gibt’s hier.

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