K(l)eine heile Welt ** Stammzellen – Alina Lindermuth

Eine junge Frau lebt in einer Welt, die von einer Pandemie heimgesucht wird – der sogenannten “Dendrose”. Dabei geht ihr Leben trotzdem weiter – inklusive Konsequenzen. Ein Science-Fiction-Roman, der sich eigentlich echt anfühlt.

Ronja ist Ärztin und lernt während einer Zugfahrt den Sprachwissenschaftler Elio kennen. Die beiden verlieben sich und es beginnt eine ganz typische Liebesgeschichte. Der Schauplatz dieser Liebesgeschichte ist jedoch eine Welt, die von einer Pandemie heimgesucht wird. Es ist nicht Covid, sondern Dendrose. Dabei handelt es sich um ein Krankheitsbild, das den Menschen zum Baum werden lässt.

Alina Lindermuth ist die Autorin des Buches „Stammzellen“. Der Roman wurde 2025 veröffentlicht und beschreibt eine Welt, in der wir uns mehr oder weniger selbst schon befanden. Eine Pandemie breitet sich über die ganze Welt aus. Zu Beginn weiß niemand so richtig, wie das passieren konnte, geschweige denn, wie man Betroffene davon heilen kann.

Sorgen und Ängste, aber das Leben geht weiter

Mitten in dieser Welt geht Ronjas Leben normal weiter. Sie datet Elio, arbeitet im Krankenhaus und hilft ehrenamtlich bei der Dendrose-Forschung mit. Ronja glaubt, selbst Symptome zu spüren und lebt mit der ständigen Sorge, einmal diese Krankheit zu bekommen. 

Gleichzeitig hat sie auch Angst, dass Familienmitglieder irgendwann betroffen sein könnten. Trotzdem setzt sich ihr Alltag fort und immer wieder schiebt sie diese negativen Gedanken auf die Seite – aber man weiß ja nie.

Stammzellen (c) Mercan Falter
Stammzellen (c) Mercan Falter

Das erwartete Unerwartete tritt ein

Die Lektüre des Buches ist nicht die aufregendste. So wie Ronjas Leben dahingeht, wirkt für mich als junge Person vertraut und nachvollziehbar. Irgendwann freundet man sich auch mit dem Gedanken an, dass dieses Buch vorhersehbar ist.

Plötzlich – gegen Ende des Buches – wird man jedoch aus dieser mehr oder weniger heilen Welt gerissen. Denn das erwartete Unerwartete trifft ein. Ich fühle mich fast ertappt, dass ich mich in eine falsche Sicherheit wog. Ich dachte, alles würde gut werden.Irgendwie tut es das auch, den Umständen entsprechend. Letztlich merke ich, worum es im Buch geht. Denn das Buch erzählt ganz unaufgeregt davon, wie sich die Klimakrise anfühlt, wenn man direkt persönlich die Konsequenzen spürt. Das regt natürlich zum Nachdenken an. Es erstaunt aber auch, auf welch schöne und unaufgeregte, lebensnahe Art und Weise Alina Lindermuth das erzählen kann.

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