Gelassenheit im Leben dank zwei einfacher Wörter ** Die LET THEM Theorie – Mel Robbins

Blogheader Let them (c) Tony Luong

Kaum ein Selbsthilfebuch hat insbesondere auf Social Media so viel Aufmerksamkeit ergattert wie dieses hier. Wie hat Mel Robbins das geschafft? Was macht dieses Buch so besonders? Und kann jede*r die „Lass sie“-Technik erlernen?

Der Titel verrät es schon, aber schauen wir es uns genauer an. Die Autorin und Speakerin Mel Robbins erzählt in ihrem Buch, dass ihre eigene Geschichte geholfen hat, um zur sogenannten “Let them”-Theorie zu gelangen. 

Wörter, die dein Leben verändern werden?

Zu oft hat sie sich über Dinge geärgert oder sich diese stark zu Herzen genommen, obwohl sie einfach nicht zu ändern waren, wie sie beschreibt. Eine Reise ihrer Freundinnen, zu der sie nicht auch eingeladen war, oder ihr Sohn, der sich nicht an eine klassische Prom-Night halten möchte. Beide Beispiele haben gemeinsam, dass man die anderen einfach machen lassen muss. 

Im Laufe des Buches wird klar: „Lass sie“ bedeutet, andere ihr Leben leben und ihre Ideen verfolgen zu lassen. Es bedeutet nicht, dass du nicht wichtig oder wertlos bist, sondern sagt schlicht aus, dass du an ihren Taten nichts ändern kannst und sie akzeptieren musst. Was du jedoch ändern kannst – und hier setzt der zweite und nicht außer Acht zu lassende zweite Teil an – liegt in deiner Macht, indem du „Lass mich“ verfolgst. Mel Robbins meint also: Lass mich die Macht über meine Reaktion und die Verantwortung über mein nächstes Tun haben.

Flexibel einsetzbar, immer und überall

Mel Robbins zeigt, dass sich ihre Theorie auf viele Lebensbereiche anwenden lässt. Sei es, um einen Umgang mit Stress zu finden, Meinungen anderer nicht zu fürchten, Vergleiche zu überwinden, Freundschaften zu meistern, um anderen zu helfen und sie zu unterstützen. Oder um die Liebe zu wählen, die man selbst verdient. 

Das Tool wird durch einen von der Autorin angestrebten wissenschaftlichen Zugang gestützt. Dabei werden ihre Gesprächspartner*innen im Rahmen dieser Selbsterforschung zitiert. Anhand der vielen Beispiele aus ihrem Leben und Umfeld bekommt man einen sehr guten Einblick und sieht, wie einfach diese Worte anzuwenden sind und zu welcher Veränderung sie führen können.

Let them von Mel Robbins - ein must read! (c) Jenny Sherman
Let them von Mel Robbins – ein must read! (c) Jenny Sherman

Ehrlich, deep und auf Augenhöhe

Kaum ein Selbsthilfewerk schafft es meines Erachtens, ein Tool so einfach und alltagstauglich wiederzugeben. Mel Robbins gibt sehr persönliche und vulnerable Einblicke in die schwerste Zeit ihres Lebens und kreiert durch all ihre Schilderungen, Gedanken und Worte eine emotionale Basis. 

Man hat das Gefühl, dem Monolog einer Freundin zuzuhören, die einen versteht und dort abholt, wo man gerade steht. Ohne zu werten, zu belächeln oder zu verharmlosen. Ihre eigene Überzeugung tritt ganz klar hervor und zeigt, dass man mit den richtigen Worten echt gute Überzeugungsarbeit leisten kann. Jede*r kennt die genannten Situationen oder ähnliche und kann so anknüpfen, mitfühlen und etwas für sich mitnehmen.

Wohl verdienter Hype und nichts zu verlieren

Ja, Mel Robbins steht zu hundert Prozent hinter ihrer Theorie. Ist es etwas komplett Neues? Nein. Ist es mindblowing? Maybe. Sie hat es jedoch geschafft, aus zwei simplen Worten – let them – eine ganze Theorie aufzustellen und diese für alle Menschen da draußen zugänglich zu machen. 

In der psychologischen und psychotherapeutischen Arbeit ist der Ansatz „Ich kann nur mein Handeln, meine Gedanken und meine Gefühle beeinflussen. Nicht das Verhalten der anderen“ nichts Neues und wird schon seit langer Zeit eingesetzt. Jedoch hatte man dafür keinen expliziten Namen (also nicht, dass ich wüsste) oder eine einzig hierfür niedergeschriebene (und für Laien verständliche) Theorie. 

In der kognitiven Verhaltenstherapie ist dieser Vorgang aber “normal”. Es ist ein Werkzeug, das klar einen kognitiven Ansatz vertritt. Im Gegensatz zu anderen Selbsthilfe-Büchern lädt es nicht zu einer Selbstanalyse oder Selbstdiagnostik ein (daher gaaaanz großes Plus!). In denen werden einem nämlich meistens Zauberformeln und Tipps hingeschmissen, die angeblich das eigene Leben „zum besseren“ machen sollen und das ohne jegliche professionelle Unterstützung – egal, wie schlecht es einem geht oder wie belastend die gemachten Erfahrungen sind. In einigen Fällen ist es notwendig, sich Hilfe von Fachpersonal zu holen und sich nicht mit einem Ratgeber selbst „zu therapieren“ (macht es nämlich nur schlimmer).

Es geht darum, nicht alle Dinge auf sich zu beziehen, zu tief an sich ranzulassen und durch eine selbst geschaffene Distanz die eigene Reaktion und das daraus resultierende Verhalten zu überdenken. Die Wörter „Lass sie“ – oder im Englischen „Let them“ – bieten einen tollen ersten Ansatz, um sich gesund abzugrenzen. Daher gibt’s von mir ein Daumen hoch!

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