Zwei Künstlerinnen lassen einen ganzen Kabarettabend lang ihrer Hundeliebe freien Lauf.
Na, warst du heute schon Gassi? Die Wahrscheinlichkeit ist groß, leben doch in Österreich 836.000 Hunde in 4,2 Millionen Privathaushalten – sprich: Ein Fünftel aller heimischen Singles, Paare und Familien hat einen Vierbeiner daheim. So auch Angelika Niedetzky und Lisa-Lena Tritscher, die privat schon lange auf den Hund gekommen sind. Jetzt haben sie aus ihrem Leben mit Hunden ein Kabarettprogramm auf der Bühne gemacht. Schließlich war ein Hund dafür verantwortlich, dass die beiden befreundeten Schauspielerinnen einander überhaupt kennengelernt haben. Wie? Das erzählen sie in „Dogs“ – und der Name ist dabei Programm.
Normalerweise kommt man ohne sein Haustier ins Kabarett. Das ist hier anders. Ihre eigenen Hunde haben Niedetzky und Tritscher zwar daheim gelassen, im Publikum wurden bei der Premiere im Wiener Casanova aber tatsächlich einige gesichtet. Wer ohne Hund kommt, muss sich halt wie einer benehmen, um die beiden Künstlerinnen zufriedenzustellen. Also schön brav Sitz machen, aufmerksamer Blick zur Bühne, kein Handy in der Pfote, und ordentlich hecheln, äh lächeln.

Der weibliche Blick auf Mann und Rüde
Grund genug für fröhliche Gesichter gibt es jedenfalls, wenn Niedetzky von Hunden auf Theaterbühnen erzählt und Tritscher feststellt, dass das Leben die unterhaltsamsten Geschichten in der Hundezone schreibt. Ein paar davon sind an diesem Abend zu hören.
Aber auch verschiedene Dichter und Komiker-Kollegen haben Texte zum Thema beigesteuert. Dass es sich dabei ausschließlich um Männer handelt, liegt eigentlich auf der Hand. Haben doch zwei- und vierbeinige Rüden einiges gemeinsam. Was genau, das wird im Programm verraten. Ebenso, warum der männliche Hund gegenüber dem männlichen Menschen körperlich im Vorteil ist. Es ist die einzige nicht ganz jugendfreie Passage an einem Abend, der ganz und gar der weiblichen Sicht auf Zwei- und Vierbeiner gewidmet ist. Eines wird deutlich: Niedetzky und Tritscher mögen Männer trotz allem – aber sie lieben Hunde wegen allem.
Von Haaren im Gewand über Schönheitssalons für Vierbeiner bis hin zu einem Bürgermeister mit Fell geht es kreuz und quer durch die Welt von Hund und Frauerl. Und wir erfahren auch, warum ein Saugroboter in einem Hundehaushalt keine allzu gute Idee ist. Natürlich nimmt auch der Umgang von Menschen mit ihren Hunden breiten Raum ein. Auch wenn es kein Bildungsabend à la Martin Rütter ist, so wird vielleicht doch die eine oder der andere danach den eigenen Hund ein bisschen besser verstehen.


