United by History ** So war der erste ESC in Österreich

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Warum Udo Jürgens dafür verantwortlich ist, dass jemand barfuß die Wiener Hofburg betritt.

Vor genau 60 Jahren, also 1966, hieß es zum allerersten Mal: „And the winner of the Eurovision Song Contest is… AUSTRIA!“. Okay, vielleicht nicht ganz so, denn damals hieß der ESC noch Grand Prix Eurovision de la Chanson Européenne

Nichtsdestotrotz hat uns Udo Jürgens mit seinem Song Merci Chérie zum ersten Mal „den Schas gewonnen“. Wie der Wettbewerb damals ablief und vor allem, wie der erste ESC in Österreich aussah, schauen wir uns jetzt an. Also: rein in unsere imaginäre Zeitmaschine.

1966 in Luxemburg

Es ist der 5. März 1966. Wir befinden uns in der Villa Louvigny in Luxemburg. Dort findet der Eurovision Song Contest statt, denn im Jahr zuvor hat France Gall mit ihrem Song Poupée De Cire, Poupée De Son den Wettbewerb für Luxemburg gewonnen. Nach dem Sieg der erst 17-jährigen Französin, die damals übrigens nicht wusste, welchen zweideutigen Song sie da eigentlich sang, setzten 1966 viele Länder auf junge, zierliche Sängerinnen.

Am Ende gewinnen sollte jedoch ein Mann, der beim ESC kein Unbekannter war. Nach zwei Versuchen in den Jahren 1964 und 1965 gelang es dem Kärntner Udo Jürgens schließlich, die Jury von sich zu überzeugen. Mit 31 Punkten gewann er haushoch vor dem zweitplatzierten Schweden mit 16 Punkten. Damit war klar: 1967 wird der ESC in Österreich ausgetragen.

1967: ESC goes Vienna

Während die vorherigen Eurovision Shows alle in Hallen oder Fernsehstudios stattfanden, verlieh Wien dem Finale mit seinem Austragungsort eine ganz besondere Atmosphäre. Der 12. Eurovision Song Contest wurde nämlich im Großen Festsaal der Wiener Hofburg ausgetragen.

Zum allerersten Mal gab es auch im Green Room, also dem Raum, in dem sich die Künstler*innen während der Show aufhalten, eine Kamera. Auch für einen Intervall Act wurde gesorgt. In der Pause traten die Wiener Sängerknaben mit ihrer Interpretation von Johann StraussAn der schönen blauen Donau auf.

Knister*Wissen: Ein Intervall Act ist ein Act, der zwischen den eigentlichen Künstler*innen der Show auftritt. Der Interval Act dient als Unterhaltung in der Pause.

Für Österreich ging Peter Horton mit Warum es 100.000 Sterne gibt an den Start und wurde Vorletzter. Gewinnen sollte am Ende Sandie Shaw für Großbritannien mit ihrem Song Puppet on a String. Wie schon France Gall 1965 zeigte auch sie, dass Popmusik beim ESC immer beliebter wurde und die klassischen ESC-Chansons Schritt für Schritt ablöste.

Knister*Wissen: Beim Chanson stehen oft der Text – meist sehr poetisch und erzählend – sowie die Interpretation des Interpreten im Vordergrund. Außerdem sind Chansons freier strukturiert als Popsongs mit Strophe und Refrain und folgen eher einem inhaltlichen Spannungsbogen.

Doch Sandie Shaw setzte nicht nur musikalisch ein Zeichen. Sie war auch Vorreiterin für einen weiteren Trend, der bis heute insgesamt fünfmal vorkam: den Eurovision Song Contest barfuß zu gewinnen.

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