Performatives Entdecken für die Allerkleinsten ** The Milky Way – Dschungel Wien

(c) Alek Kawka

The Milky Way ist eine Installation für 6-18 Monate alte Kinder, die zum Erleben, Staunen und Erforschen einlädt.

Diese Installation für die Allerkleinsten weckt den Entdeckergeist, sobald man die farbenfrohe, verspielte und harmonische Bühne betritt. Der Bühnenraum ist frei gestaltet und bietet genug Raum, um all die schönen Bühnenelemente zu entdecken und sich eigenständig zu bewegen. 

Fransen, Formen, Farben…Füße?

Es braucht gar nicht viel, denn die Fransenvorhänge, Sitzmöbel in unterschiedlichen Formen und Tücher geben schon zu Beginn viel her. Die Performer*innen starten mit gezielten, unauffälligen Bewegungen und aktivieren das Interesse und die daraus entstehende Neugier der Kleinen.

Unter dem Vorhang sind Füße, zwischen den Möbel kommt mal eine Hand hervor und in den Tüchern wird geschaut, was der Stoff alles so hergeben kann. 

Mit langsamem Tempo wird ein erstes Kennenlernen mit den dynamischen Elementen des Raumes – also den Performer*innen – geboten und gibt so den Kleinen genug Zeit, sich mit ihnen vertraut zu machen. Das Stück beinhaltet wunderschöne Choreographien, die beim Zusehen Spaß machen und auch die kleinen Besucher*innen dazu ermutigen, einzelne Bewegungen nachzuahmen. 

Ohne Erwartungen können die Kleinsten aktive oder passive Performance beobachten (c) Alek Kawka

Ablenkungsmanöver geklappt

Während des gesamten Stückes dürfen die Kleinsten den Raum beinah regellos erkunden. Die Performer*innen suchen immer wieder den Kontakt und laden sie dazu ein, zu beobachten oder auch aktiv mitzumachen. Was kann dieser Wipp-Polster eigentlich noch? Wohin zieht dein Körper? Kannst du das auch? 

Ohne Druck und ohne Erwartungen können sie die abwechselnd aktive oder passive Performance beobachten, aber müssen nicht. Nachdem Bälle bei Kindern immer gut ankommen, dürfen auch die nicht fehlen.

Auf einen großen Gymnastikball – der ganz interessante Auseinandersetzungen bietet – folgen viele kleine Gummi- und Fellbälle, die zur großen Freude des jungen Publikums geschubst, gerollt, gehalten, gegeben und gebissen werden können. Erst einige Minuten nach der Ausgabe der Bälle fällt auf, dass die Performer*innen gar nicht mehr auf der Bühne zu sehen sind. Was im Zentrum steht, ist die Neugier der Kinder.

Fazit

Eine interessante, liebevoll gestaltete Tanzperformance, die die Kinder als Hauptdarsteller*innen zum Einsatz kommen lässt. Es wird auf die jungen Zuseher*innen offen und neugierig eingegangen und selten haben sie die Möglichkeit, solch einen schönen Raum einfach mal erkunden zu dürfen

Frei, autonom und interessiert dürfen Babys und Mini-Kleinkinder entscheiden, wohin sie ihren Fokus richten möchten und dürfen sich ihre Zeit nehmen, Stress gibt es hier keinen. Die Bälle gegen Ende hatten für mich persönlich eine bewegende Message – es war, als würden sie die kleinen Besucher*innen auf eine große Welt vorbereiten und sie mit den Bällen und ihrer kindlichen Neugier in die selbstständige Freiheit entlassen. Sehr berührend! 

Alle Elternteile, die ein altersadäquates, kulturelles Entdecken ermöglichen wollen, sind hier genau richtig.

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