Wenn man sich mit anderen Eltern austauscht, merkt man, dass viele die gleichen Bücher zuhause rumstehen haben. Man findet sie auch in fast allen Kinderbuchregalen eurer Lieblingsbuchgeschäfte. Beim Durchstöbern habt ihr euch vielleicht schon gefragt, ob die den Hype wert sind oder was die Bücher denn ausmacht, dass jede*r davon schwärmt. Ich habe euch meine liebsten Trendbücher rausgesucht und gebe euch liebend gerne Einblick.
1. Das Grand Hotel der Gefühle – Lidia Branković ** Ein Platz, an dem alle Gefühle da sein dürfen, egal wie schwierig sie sind
Im Grand Hotel sind einfach alle Gefühle willkommen und werden zudem bestens betreut.
Herzlich willkommen, liebe Gefühle
Im Grand Hotel der Gefühle ist es nie langweilig. Tagein, tagaus, kommen und gehen die Gefühlsgäste. Zuvor weiß man nicht, wer eincheckt, aber es wird auch niemand abgewiesen, denn die Message ist ganz klar: jedes Gefühl ist willkommen.
Wie beispielsweise Traurigkeit, die sehr chaotisch werden kann, denn je nachdem wie man ihr begegnet, kann sie sehr lange bleiben und auch die Zimmer unter ihr mit ihren Tränen befeuchten. Die Wut hingegen ist sehr laut und braucht das größte Zimmer, um bald wieder auschecken zu können. Sobald Ruhe im Hotel ist, fühlt sich der innere Frieden sehr wohl hier – man könnte schon fast sagen, dass er der liebste Gast ist

Wie einzigartig und wichtig sie sind
Es gibt eine Vielfalt an Gefühlen, sie unterscheiden sich anhand ihrer Größe, Form und auch ihrer Sichtbarkeit – sie können sich nämlich richtig gut verstecken. Die Hoteldirektorin ist empathisch und wertschätzend, denn sie nimmt sich für alle Gefühle die Zeit, die sie brauchen. Man weiß schließlich nie, wie lange sie bleiben werden. Aber keine Sorge, nicht nur Angst, Wut und Traurigkeit verweilen in dieser Location. Es gibt noch andere Gäste wie Selbstvertrauen, Stolz und Liebe, die die Hoteldirektorin in ihrer Arbeit unterstützen. Und wenn es mal zu viel wird, wartet draußen immer noch die Dankbarkeit, die zur Besinnung einlädt.
Freude ist eine ganz besondere Besucherin, denn sie lässt immer ein oder zwei Freund*innen zurück. Sie verhelfen zu einer grandiosen Atmosphäre und sind tolle Gesprächspartner*innen. In jedem Hotel auf dieser Welt gibt es jemanden vom Personal, der*die nur darauf wartet zu hören, was die Gefühle zu sagen haben.
Ein Muss für jedes Buchregal
Ich kann den Hype um dieses Buch absolut nachvollziehen! Hier finden nicht nur die klassischen Emotionen wie Wut und Trauer Platz, sondern auch jene positiven Gefühle, die einem durch schwierige Zeiten helfen. Selbstvertrauen, Stolz, Liebe, Freude und Dankbarkeit bekommen endlich ihren wohlverdienten Raum geboten und zeigen, dass man mit ihrer Hilfe auch die mühsamsten Emotionen aushalten und vorbeiziehen lassen kann.
Denn Gefühle sind nicht von Dauer – sie sind auf der Durchreise. Die Idee mit dem Hotelbetrieb ist unfassbar clever und die Seiten sind von der Autorin traumhaft gestaltet. Gehört unbedingt in jedes Bücherregal!
Hatje Cantz, ab 4 Jahren
2. Max Müllauto – Kleine Reifen, großer Held – Michael Engler, René Amthor ** Ein neuer Detektiv wird geboren
Max Müllauto liebt seinen Job. Als er ein Polizeiauto vorbeikommen sieht, wünscht er sich nichts sehnlicher, als einen kniffligen Fall lösen zu dürfen. Dieser wartet bereits auf ihn – und nimmt eine spannende Wendung. Eine abenteuerliche Geschichte für Straßenfahrzeugliebhaber*innen.
Langeweile adé, jetzt kommt Max!
Max Müllauto liebt seinen Beruf über alles, denn ohne ihn wäre die Stadt auch wirklich schmutzig. Manchmal wünscht er sich insgeheim mehr Abenteuer – dieser Wunsch wird umso stärker, als ein Polizeiauto mit Blaulicht und Martinshorn an ihm vorbeisaust.
Bei seinem Lieblingskiosk unterhält er sich mit seinem Bekannten Herr Kuzorra, welcher beklagt, dass jemand Unbekanntes beinahe täglich Zeitungen von ihm stehle. Da ist der detektivische Einsatz, auf den das Müllauto die ganze Zeit gewartet hat! Er macht sich sofort auf die Suche und beobachtet genau, was Menschen und auch andere Fahrzeuge so machen.
Seine anfänglichen Verdächtigen entpuppen sich allerdings alle als unschuldige Kund*innen, bis er seinem Kollegen der Kehrmaschine folgt. Unter den herumwirbelnden Zeitungen entdeckt Max kleine frierende Kätzchen! Das Rätsel ist gelöst und Max Müllauto beschließt, die Kätzchen von nun an täglich im Fahrerhaus mitzunehmen. Den flauschigen Tieren ist warm und Max ist von nun an nie mehr langweilig. Ob vielleicht schon bald ein neuer Fall auf ihn wartet?

Fazit
Ein freudiges Detektivabenteuer für alle Kinder, die Straßenfahrzeuge lieben (somit eigentlich alle). Max verkörpert ein freundliches und zuvorkommendes Wesen. Seine Neugier und Hilfsbereitschaft verhelfen ihm zu neuen Wegen. Es ist eine wunderbare Unterhaltung, die bestimmt viel Fantasie bei den Kids ankurbeln wird – und eine spaßige Lektüre für die Urlaubszeit (und eigentlich auch allgemein).
Annette Betz / Ueberreiter, ab 4 Jahren
3. Ronny, das Pony und Gerd, das Pferd und Bente, die Ente – Kai Lüftner, Wiebke Rauers ** Wenn Gegensätze sich letztlich anziehen
Pony Ronny und Pferd Gerd könnten nicht unterschiedlicher sein, allerdings haben sie Ente Bente vorher noch nicht getroffen. Wie Gerds Geduldsfaden immer länger wird, Ronny vertrieben wird und Bentes Gefühle neue Wege einschlagen müssen, könnt ihr neugierig miterleben.
Eine fauchende Ente, die für Trubel sorgt
Pony Ronny und Pferd Gerd leben am Hof. Eines Tages steht ein großes und quakendes Paket mit Löchern vor ihnen. Ein grimmiger und skrupelloser Enterich namens Bente befindet sich darin und faucht alle Tiere an.
Okay, beinahe alle, denn sein Herz gehört dem wunderschönen Pferd Gerd. Er verfolgt ihn auf Schritt und Tritt und lässt letztlich nicht mal mehr das kleine Pony in den Stall.
Dieses trottet alleine zum See und genießt die friedliche Atmosphäre. Gerd das Pferd nimmt das noch lange hin, bis ihm auch mal der Kragen platzt und er das gefiederte Tier mit einem Tritt durchs Gatter befördert. Tagelang ist nichts mehr zu hören und die Tiere am Hof sind äußerst irritiert.
Wo ist die Ente? Wo ist das Pony? Sie finden beide entspannt am See vor, wie sie vor sich hingrasen und es sich gemütlich gemacht haben. Denn manchmal wollen auch die lauten Schnatterer nur ein Nest, in dem sie zur Ruhe kommen können.

Fazit
Ein unterhaltsames Trendbuch, das in jedem Kinderbuchregal zu finden sein sollte. Lustig und mit bemerkenswertem Reim wird die Geschichte erzählt und ist einfach Unterhaltung pur. Selbst mich hat der Twist überrascht und zum Lachen gebracht. Eine tolle Lektüre für den Sommer!
Coppenrath, ab 4 Jahren
4. Ein Einhorn namens Oktober – Maria Höck, Juliana Kralik ** Wer sagt, dass Magie übernatürlich sein muss?
Wusstet ihr, dass Einhörner mit ihrem 1. Geburtstag ihre Zauberkräfte bekommen? Einhorn Oktober fiebert auf ihren großen Tag hin, doch leider spürt sie noch immer nichts Magisches in ihrem Inneren. Wenn sie wüsste, dass sie ihre Zauberkraft schon viel länger bei sich hat, als sie denkt… Eine zauberhafte Geschichte über Freundlichkeit, Nächstenliebe und die Essenz für ein wundervolles Miteinander.
Wenn man selbst die Zauberkraft ist
Das Einhorn Oktober ist ein liebenswertes Wesen. Sie genießt jede Jahreszeit mit dessen Besonderheiten, doch am meisten freut sie sich auf ihren 1. Geburtstag, denn dann bekommen alle Einhörner ihre Zauberkräfte. Jede Kraft ist einzigartig und gleicht keiner anderen, wodurch Oktober vor Aufregung fast platzt.
Die Zeit vergeht und es passiert nichts, daher beschließt das Eichhörnchen, mit dem Einhorn einfach Dinge auszuprobieren, die mögliche Zauberkräfte hervorbringen könnten. Wirklich darauf konzentrieren kann sich das Einhorn nicht, denn auf ihrem Weg schaut sie nach der kranken Eule, bereitet die Blätterhaufen für die Igel vor oder stattet dem alten Bären einen kurzen Besuch ab.
Irgendwie können die beiden Oktobers keine besondere Kraft entdecken, doch das Eichhörnchen hat einen brillanten Einfall: Es sammelt Dankesworte von all jenen Tieren zusammen, denen das Einhorn geholfen hat. Da entdeckt sie, dass sie ihre Zauberkraft schon von Anfang an mit sich trug: ihre Freundlichkeit. Mit dieser bereichert sie alle Tiere um sich herum und schafft zudem auch Magie für Menschenkinder.

Fazit
Ein zuckersüßes Einhorn mit jenen Werten, die man seinen Kindern nur zu gern weitergeben möchte. Freundlichkeit, Empathie und Nächstenliebe – als Basis einer Gemeinschaft – sind wichtige Faktoren, um ein wohliges Miteinander schaffen zu können.
Dieses Buch beinhaltet zwar nicht direkt das Thema Freundschaft, doch es konzentriert sich auf den nötigen Baustein für eine zwischenmenschliche Beziehung. Wie man so schön sagt: so wie du mir, so ich dir. Eine süße Erzählung mit Mehrwert!
arsedition, ab 3 Jahren
5. Der Purzelsaurus – Rachel Bright, Chris Chatterton ** Das Leben ist eine Reise, kein Rennen
Wie sagt man so schön: Übung macht den Meister. Niemand hat von heute auf morgen Fahrradfahren gelernt – und genau darum geht es in diesem wunderbaren Buch. Purzelsaurus möchte gerne bei einem Radrennen mitmachen, doch sie fällt beim Üben ständig hin. Wie kann Omisaurus hier nur helfen?
Fahren und fallen, fahren und fallen
Purzelsaurus ist voller Tatendrang. Sie erfährt, dass später ein großes Radrennen stattfindet und möchte unbedingt dabei sein. Das Problem ist nur, dass sie nicht radeln kann. Ehrgeizig schmeißt sie sich aufs Rad ,probiert – und fällt. Immer wieder fällt und fährt sie, bis ihr irgendwann alles nur mehr weh tut und sie verzweifelt.
Es wirkt hoffnungslos, doch erfreulicherweise kommt Omisaurus um die Ecke! Sie erzählt dem kleinen Dino, dass auch sie oft stürzen musste, um die Radfahrlegende zu werden, die sie heute ist. Sie bestärkt Purzelsaurus und betont, dass es Zeit braucht, die man sich nehmen soll.

Ein Dino, mit Biss
Das einzige was zählt ist, dass man immer wieder aufsteht, und nicht wie oft man gefallen ist. Das kleine Dinomädchen fühlt sich schon viel besser und übt mit ihrer Oma sogar kleine Tricks ein. Beim Rennen fahren schließlich alle Dinos gemeinsam und voller Freude, ohne jeglichem Wettbewerbsgedanken. Purzelsaurus hat gelernt, dass es sich auszahlt, mit Biss dabei gewesen zu sein, egal wie hart der Weg ist.Wieder einmal auf den Punkt gebracht! Purzelsaurus ist eine stärkende Geschichte über das Dranbleiben. Nur wer übt und sich traut, Fehler zu machen, kann daraus lernen und so von Tag zu Tag besser werden.
Purzelsaurus repräsentiert alle Kinder da draußen, die noch nicht die Weitsicht haben, dass es Biss und Willenskraft braucht, um seine Wünsche und Träume zu erfüllen. Egal, ob Radfahren, Instrumente lernen oder andere Skills aneignen – das Gefühl, es geschafft zu haben, ist unbeschreiblich! Ich bin ein großer Fan der Rachel Bright-Bücher!
Magellan, ab 4 Jahren
6. Frida Furchtlos lädt zum Tee – Danny Baker, Pippa Curnick ** Es muss nicht jeder bei einem „Roar” weglaufen
Frida Gans versteht die Welt nicht mehr. Warum will ihr jeder Angst machen und erwartet, dass sie wegläuft? Tzzz, nicht mit Frida! Eine wahnsinnig unterhaltsame Geschichte über das Furchtlos-sein.
Angst? Sorry, nicht mit Frida Furchtlos!
Gans Frida lebt abgeschieden am Rande des Waldes. Sie hat bisher weder andere Tiere gesehen, noch mit ihnen gesprochen. Eines Tages hüpft ihr ein Wolf entgegen. Dieses „Roaaar” versteht sie aber nicht ganz. Was will er denn? Er meint, dass sie weglaufen soll und er ihr dann hinterherläuft. So einen Blödsinn macht die Gans aber nicht mit und lädt ihn lieber zu Tee und Kuchen ein.
Grummelnd zischt der Wolf wieder ab, denn er kann so eine Einladung doch nicht annehmen. Beim Erdbeeren pflücken passiert ihr die gleiche Situation mit einem Bären, und auch ein Löwe lässt nicht länger auf sich warten. Was ist denn das für ein verflixter Tag!
Später trifft sie auf den Gänserich Hans – endlich jemand, der ihre Einladung annimmt! Gemeinsam schlendern sie zu Frida. Ehe sie ankommen, stehen auch der Wolf, der Bär und der Löwe in ihrem Häuschen. Warum sie ihre Meinung wohl geändert haben?

Fazit
Vier Worte: Lustig, Charmant, Amüsant und Cool! Frida ist mein neues Idol, denn sie lässt sich nicht so leicht in Angst und Schrecken jagen, nur weil jemand mal meint, einen großen Brüller von sich geben zu müssen.
Ihre entspannte und kecke Art kommt bei den Kids richtig gut an, so dass sie gerne mehr von der furchtlosen Gans wollen. Die Geschichte vermittelt, wie wichtig die eigene Einstellung ist und dass nicht alles angsteinflößend sein muss, nur weil sich andere davor fürchten. Frida, wir brauchen (bitte) mehr furchtlose Geschichten von dir!
arsedition, ab 4 Jahren
7. Barbara Kadabara – Kai Lüftner, Wiebke Rauers ** Eine moderne Hexe findet das Glück
Eine Hexe wie Barbara habt ihr noch nie kennengelernt: Sie ist jung, modern, lieb und alles andere als furchteinflößend. Sobald man aber ihren vollen Namen ausspricht, passiert ungefragte Magie. Eine faszinierende Geschichte mit tollem Outcome.
Barbara Kada… Nicht!
Barbara ist eine besondere Hexe. Besonders deshalb, weil sie nicht dem üblichen Bild einer Hexe gleicht. Sie ist jung und modern, bevorzugt Bücher über fliegende Besen und trägt gerne Sneaker. Bloß ihr Name sorgt für Chaos, denn sobald ihr Name – Barbara Kadabara – ausgesprochen wird, zaubert sie ungefragt und kann es nicht steuern.
Das sorgt zuhause, beim Einkaufen oder in der Schule für Aufregung. Wer möchte schon mit dem Klassenzimmer plötzlich irgendwo in Afrika herumfliegen? Barbara sperrt sich von nun an lieber zuhause ein und widmet sich ihren Büchern und Experimenten.
Eines Tages steht ein Lieferant vor der Tür und bewegt schon seine Lippen, als ob er ihren Namen aussprechen möchte. Die kleine Hexe wird nervös und will ihn stoppen, doch es kommt ein ganz anderer Name heraus: Doktor Barbara. Nun ist sie also Wissenschaftlerin und sie grinst. Happy End.

Fazit
Ein tolles Buch für all jene, die Hexen und Magie lieben, aber gerne das Gruselige dabei weglassen und mitfiebern. Die Reime sind wie immer bei Kai Lüftners Büchern on point und bringen einen großartigen Lesefluss und ganz viel Magie hinein.
Eine etwas andere Hexengeschichte, die unterhaltsam, lustig und charmant ist, und bestimmt viele Kinder davon träumen lässt, selbst magische Kräfte zu entwickeln.
Coppenrath, ab 4 Jahren
8. Die kleine Rittereule – Christopher Denise ** Ein tapferer, schlauer Ritter mit weichem Herz und Gefieder
Überraschenderweise wird die kleine Eule zum Ritter und schafft es tatsächlich, alle zu beschützen – mit einer leckeren Pizza.
Der einzige Wunsch
Seit dem Tag seiner Geburt, also als er aus dem Ei schlüpfte, wollte Eule immer nur eines: Ritter werden! Jeden Morgen, bevor er ins Bett geht, lässt er seine Fantasie treiben und stellt sich vor, ein waschechter Ritter zu sein. Mit Rüstung, Tapferkeit, Klugheit und vielen Freunden.
Als nach und nach Ritter verschwinden, wird dringend Nachwuchs gesucht. Sehr überraschend wird die kleine Eule genommen und absolviert die Ritterschule mit Auszeichnung, trotz Problemen mit dem Ritterequipment.

Hier, nimm ein Stück!
Zur Verwunderung der Eule wird er als Nachtwache eingesetzt. Ihm macht das nichts aus, denn in der Nacht ist er immer putzmunter. Eines Nachts hört er einen beängstigenden Flügelschlag und kann es kaum glauben – ein riesengroßer, hungriger Drache steht vor ihm!
Die Eule bekommt große Angst, doch er sagt sich immer vor, wie tapfer und schlau er ist und gibt dem Drachen zu verstehen, dass er kein zufriedenstellendes Fressen für ihn wäre. Stattdessen bietet er ihm Pizza, welche das große Wesen mit Freude annimmt. Bei einem Lagerfeuer finden sie viele Gemeinsamkeiten und erstaunlicherweise verschwindet von nun an kein einziger Ritter mehr. Die Eule findet allerdings viele neue Freunde.
Fazit
Wie lustig und charmant kann eigentlich eine Rittergeschichte sein? Ritter Eule ist alles was wir brauchen, denn er lässt sich aufgrund seines Äußeren nicht unterkriegen und lebt seinen Traum vom Ritter-sein. Er ist mutig, schlau und wahnsinnig tapfer. Mit seiner sympathischen und offenen Art freundet er sich mit einem bösen Drachen an – wenn das mal keine green flag ist. Eine unterhaltsame Geschichte, die zeigt, dass man einfach alles werden kann. I like!
Fischer Sauerländer, ab 4 Jahren
9. Lightfall – Das verlorene Licht – Tim Probert ** Ein krasser Fantasy-Comic für Tweens
Wer glaubt, dass Fantasy für Kinder nichts kann, hat sich ordentlich getäuscht. Die „Lightfall”-Reihe hat genau das, was man sich von einem Fantasy-Abenteuer wünscht: ein beeindruckendes Universum, fantastisches Storytelling, einen so spannenden Aufbau, dass man das Buch in einer Session verschlingen und sofort in diese Welt eintauchen will. Und all das, als Comic. Welcome to Lightfall!
(Wenn ihr keinen Spoiler wollt, dann direkt zum Fazit springen!)
„Zaubereber”, Zaubertränke und ein Menschenmädchen
Bea wächst auf dem Planeten Irpa auf. Sie lebt zusammen mit ihrem Opa, einem „Zaubereber”, der für seine Zaubertränke bekannt ist. Aufgrund seines Alters ist er schon recht vergesslich, aber schafft es dank Bea, sein Geschäft voranzutreiben.
Als sie auf dem Weg ist, Zutaten zu besorgen, fällt sie fast von einem meterhohen Baum, aber kann zum Glück von dem Galdurier Cad gerettet werden. Und was für ein Zufall – er ist auf der Suche nach ihrem Opa! Denn der ist einer der letzten, der noch die galdurische Sprache beherrscht.
Nachdem sie Mut gefasst und Vertrauen zu ihrer Bekanntschaft hat, nimmt sie ihn mit in den Laden. Dort muss sie leider eine furchtbare Erkenntnis machen: Ihr Opa ist weg! Sie macht sich große Sorgen. In einem Brief erfährt sie, dass er am Weg zu einem gefährlichen Ort ist. Mit ihrem neuen Begleiter und ihrer Katze Nim machen sie sich auf die Suche nach ihm.

Wenn Mut und Todesangst Hand in Hand gehen
Die Reise ist alles andere als einfach. Bea ist von ihren Ängsten, Sorgen und Unsicherheiten beeinträchtigt, wohingegen Cad nur vor Optimismus und Helfer-Syndrom glänzt. Ihr Weg ist zudem von lauter Gefahren geprägt – brutalen Riesenkrabben, einem heimtückischen Rattendieb, miesen Wagen-Verkäufern, aber auch den Tikarri (einer Vogel-ähnlichen Kreatur, die dem bösen Vogel Kest dient, der wiederum die Sonne gestohlen hat).
Bea hatte nur in Büchern von ihnen gelesen und dachte, sie seien ein Mythos, bis sie im Leerland auf sie treffen. Das Siegel wird gebrochen und der Zerstörer der Sonne ist irgendwo da draußen. Und ihr ewiges Licht wird auch noch gestohlen. Können sie es schaffen?
Fazit
Es ist schon einige Zeit her, dass ich ein Fantasy-Buch in meiner Hand gehalten habe. Aber Leute, DAS ist einfach unfassbar gut, wenn nicht das Beste seit Ewigkeiten. Ich bin von der Story so angetan und die Tatsache, dass es einfach ein Comic in Hardcover ist, gibt mir alles.
Der Planet Irpa wird beeindruckend dargestellt, die Protagonist:innen sind sympathisch und menschlich, und es ist dramaturgisch so unfassbar gut aufgebaut, dass man nicht aufhören möchte, zu lesen. Die Illustrationen sind spektakulär, es gibt viel Witz, sehr berührende, empathische Momente und großes Kopfkino. Teil 2 kommt bereits im Juli – nicht verpassen!
Planet! (Thienemann Verlag), ab 10 Jahren


