Der Zucker spielt bei Nadja Malehs neuem Kabarettsolo eine wichtige Rolle.
„Aber halt doch dein. . . Zuckergoscherl.“ Dieser Satz einer alten Dame an ihren Mann, den ich vor Jahrzehnten einmal gehört habe, ist mir als erstes eingefallen, als ich den Programmtitel von Nadja Malehs neuem Solo gelesen habe. Ihr „Zuckergoscherl“ hält die Kabarettistin natürlich nicht in ihrem gleichnamigen Programm.
Im Gegenteil gibt es wieder zwei Stunden Nadja Maleh, wie ihre Fans sie kennen und mögen. Mit vielen verschiedenen Bühnenfiguren und unterschiedlichsten Zungenschlägen von Indisch über Französisch bis Bundesdeutsch. Was sie alle verbindet, ist die Buchstaben-Zahlen-Kombination C12 H22 O11 – die chemische Formel für Saccharose (Haushaltszucker). Schließlich, stellt Maleh fest, sind wir doch alle Zuckergoscherl, halt auf die eine oder andere Art.

Schokolade statt Fleisch
Aber es geht der Tochter einer Osttiroler Psychotherapeutin und eines syrischen Arztes nicht nur um Zucker. Auch Fleischverzicht ist ein Thema. Und zwar nicht nur jetzt in der Fastenzeit. Nur auf Schokolade will sie nicht verzichten. Halt in Maßen und nicht zu süß. Weil: Ja, zu viel Zucker ist schlecht, das weiß jede*r. Vor allem die 61 Stück, die sich die Amerikaner*innen im Durchschnitt täglich reinziehen, sodass sich beim Softdrink die Frage aufdrängt: „Magst du noch ein wenig Saft über deinen Zucker?“
Spätestens an dieser Stelle lacht ihr Publikum nicht nur über Malehs Gags, sondern denkt zumindest im Hinterkopf über den eigenen Zuckerkonsum nach. Aber keine Angst, die Kabarettistin will uns gar kein schlechtes Gewissen machen, höchstens ein wenig sensibilisieren. Und uns in erster Linie gut unterhalten und den Feierabend versüßen. Dafür braucht sie gar keinen echten Zucker. Ihr treffsicherer Humor genügt völlig.
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