Mit Clausewitz gegen die Kriegstreiberei ** I bleibat jetzt do – Andreas Rebers

Blogheader Andreas Rebers (c) Susie Knoll

Der aus Niedersachsen stammende Kabarettist präsentiert nach „I warat jetzt do“ ein weiteres, auf Österreich zugeschnittenes Soloprogramm.

„I warat jetzt do“, erklärte Andreas Rebers (68) vor zwei Jahren, als er sein bereits 20. Kabarettsolo in Österreich präsentierte. Man merkt: Der gebürtige Niedersachse hat sich im Laufe seiner Bühnenkarriere immer weiter nach Süden vorgearbeitet. Vor genau 30 Jahren debütierte er in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Mittlerweile macht er schon eigene Österreich-Programme. Sein zweites nach „I warat jetzt do“ hat er nun folgerichtig mit „I bleibat jetzt do“ betitelt.

Premiere war vor kurzem im Wiener Kabarett Niedermair und man kommt nicht umhin, festzustellen: Es gibt nicht viele in diesem Format. Andreas Rebers, der sein Handwerk versteht, analysiert die Gesellschaft wie kaum ein anderer. Dabei wird er so politisch, dass er den einen zu links und den anderen zu rechts ist. Auch wenn seine Bühnenfigur oft provoziert, steht seine grundsätzliche Gesinnung außer Frage. Das wird auch in diesem Programm deutlich.

Meinl, Opernball und kriminelle Jugend

Da zeigt er zum Beispiel in gebückter Haltung auf der Bühne, wie der Schmuck die Schickeria im Meinl am Graben zu Boden zieht. Oder er stellt fest, dass die Barrikaden um den Opernball in erster Linie dazu dienen, den Pöbel fernzuhalten. In Szenen wie diesen zeigt er seine Wien-Kenntnisse.

Solche plakativen Beispiele können leicht ins Polemische abgleiten. Diese Möglichkeit besteht auch bei den anderen Themen, die Rebers in seinem neuen Programm aufgreift. Etwa, wenn es um die aktuell anschwellenden Kriegsgefahren geht. Dabei ist unser Nachwuchs doch gar nicht kriegstauglich. Wann gab es eigentlich das letzte Mal Holzschwerter im Kindergarten? Und wenn man sich die Jugend so anschaut, dann ist ein Drittel dick, ein Drittel woke und ein Drittel kriminell – zumindest mit Letzteren kann man arbeiten, meint der Kabarettist. 

Meint er das wirklich ernst? Nun, wer ihm zuhört und zwischen den Zeilen lesen kann, wird es selbst herausfinden. Keine Unklarheit herrscht wohl, wenn Rebers gegen Kriegstreiberei wettert und dabei die Politik kritisiert. Hier zitiert er den berühmten Satz von Carl von Clausewitz: „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ Der Vorwurf dahinter: Warum schaffen es die Regierenden nicht, ihre Politik friedlich umzusetzen? Die Starken machen eben, was sie wollen. Und die Schwachen müssen es erdulden.

Was er will, das tut auch Rebers. Zum Beispiel, wenn er als Zugabe auf der Harmonika zum Marschieren ungeeignete Musik spielt. Und der Applaus des Wiener Publikums macht deutlich: Der Niedesachse kann sehr gerne „do bleiben“.

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